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Kino

Jahresrückblick 1998

Was ist 1998 in der Filmbranche alles passiert? Wer hat welche Posten ergattert, verloren, ist auf- oder abgetsiegen? Der ebiz-Jahresrückblick

Kristian Bauer15.12.1998 23:00

Januar

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"Titanic"

erhält bei der Verleihung der Golden Globes vier Auszeichnungen. Mit einer Allianz starten die Buyout-Firmen Kohlberg Kravis Roberts & Co. und Hicks, Muse, Tate & Furst den Versuch, die weltgrößte Kinokette zu bilden. Die EU-Kommission fordert von UIP
eine Stellungnahme und droht mit einer Auflösung des Joint-venture von Universal, Paramount und MGM.

Februar Warner und Canal Plus gründen die Produktionsfirma Bel Air Entertainment, die von Steven Reuther geleitet wird. Im März beteiligt sich der spanische Kabelsender Sogecable. Walter Salles' "Central Station"

erhält auf der Berlinale den Goldenen Bären, der Spezialpreis der Jury geht an Barry Levinsons "Wag the Dog". Pläne für die Verabschiedung des Multilateral Aggreement on Investment (MAI) in den OECD-Staaten stößt auf den Widerstand europäischer Filmschaffender. Sie werden im Verlauf des Jahres wieder fallengelassen. Roland Emmerichs
Produktionsfirma Centropolis schließt einen dreijährigen First Look Deal mit Sony Pictures ab.

März Paramount gründet die autonome Specialty Film Division "Paramount Classics", die von Ruth Vitale und David Dinerstein geleitet wird. Alain Resnais'

"Das Leben ist ein Chanson" gewinnt bei der Cesar-Verleihung sieben Preise. Peter Gubers Mandalay Entertainment verläßt das Sony-Gelände und schließt unter dem neuen Namen "Mandalay Pictures" einen Vertrag mit Paramount ab. "Titanic" überholt nach 86 Tagen Laufzeit in den USA "Krieg der Sterne" mit einem Einspiel von 471,4 Mio. Dollar als erfolgreichsten Film aller Zeiten. "Titanic" gewinnt bei der Verleihung der Academy Awards elf Oscars und zieht mit "Ben Hur" gleich.

April

TriStar Pictures geht in Columbia Pictures auf. Die vereinigte Produktionsdivision wird von Amy Pascal als Präsidentin geleitet. Die Ex-Carolco-Partner Mario Kassar und Andy Vajna tun sich zu einer neuen Firma zusammen und kündigen "Terminator 3" an. Universal-Produktionschef Martin Platt verläßt nach nur 18 Monaten Universal Pictures. Polygram-Film-Chef Michael Kuhn plädiert auf der Audiovisual Conference in Birmingham für die Schaffung eines Euro-Oscars, findet aber nur geringe Unterstützung. Polygram Filmed Entertainment sichert sich eine von der amerikanischen Citibank zusammengestellte 650-Mio-Dollar-Anleihe. "Ganz oder gar nicht" und "William Shakespeares Romeo & Julia" dominieren mit jeweils vier Preisen die Verleihung der britischen BAFTA Awards. Als erster Titel der Filmgeschichte spielt "Titanic" im internationalen Geschäft mehr als eine Mrd. Dollar ein.

Mai

Philips kündigt an, seinen 75-Prozent-Anteil an Polygram verkaufen zu wollen. Seagram gibt die Absicht einer Übernahme bekannt. Theo Angelopoulos' "Die Ewigkeit und ein Tag" gewinnt in Cannes die Goldene Palme. Roberto Benigni erhält für "Das Leben ist schön" den Großen Preis der Jury.

Juni

Die US-Kinokette Loews Cineplex gibt erste Pläne bekannt, sich stärker in Europa engagieren zu wollen. Die KC Medien AG und die Hamburgische Landesbank übernehmen jeweils 45 Prozent der Deyhle Media Holding GmbH (Capella Films). Arnon Milchans Regency Enterprises erhält einen 600-Mio.-Dollar-Kredit von einer durch die Berliner Bank angeführten Bankengruppe.

Juli

Chris McGurk wird Präsident von Universal Pictures. Nach mehreren Anläufen gelingt die Privatisierung des römischen Studiogeländes Cinecitta.

August

Die britische Regierung stellt Pläne vor, die britischen Filmförderung in einer Superbehörde zu fusionieren. Seven Network trennt sichvon seinem 25-Prozent-Anteil an MGM.

September

Venedigs Festivalleiter Felice Laudadio gibt seinen Rücktritt bekannt. Die beiden größten kanadischen Produktionsfimen Alliance und Atlantis vereinigen sich zu "Alliance Atlantis Communications".

Oktober

CLT-UFA übernimmt einen 85prozentigen Anteil an dem französischen Verleih Societe Nouvelle Distribution (SND). TF1 übernimmt den Filmstock von Ciby 2000 (u. a. "Underground", "Lügen und Geheimnisse"). Eine Expertengruppe der Europäischen Union unter EU-Kommissar Oreja fordert die Ausweitung der Mittel für das MEDIA-Programm. MGM kauft von Seagram für 250 Mio. Dollar den größten Teil der Filmbibliothek des Polygram-Filmarms PFE und finanziert den Kauf durch ein Aktienangebot in Höhe von 700 Mio. Dollar.

November

George Lucas gibt bekannt, daß die beiden letzten Teile der "Star Wars"-Prequel-Trilogie in Sydney realisiert werden. News Corp. bringt die "Fox Entertainment Group" an die Börse. Alberto Barbera wird Direktor der Filmfestspiele in Venedig. Frank Biondi tritt als Chairman und CEO der Universal Studios zurück. Seinen Bereich übernimmt Ron Meyer. Chris Lee, Produktionschef von Columbia Pictures, gibt seinen Posten auf. Icon Prods., die Firma von Mel Gibson und Bruce Davey, gründet einen britischen Verleih. Dreamworks erwirbt in Playa Vista den Grundbesitz für die Errichtung eines neuen Studios.

Dezember

Roberto Benignis "Das Leben ist schön" erhält als bester Film den Europäischen Filmpreis 1998. Casey Silver tritt als Chairman von Universal Pictures zurück. Polygram Filmed Entertainment wird in die Universal-Strukturen integriert.

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