REVIEW VENEDIG: „The Wizard of the Kremlin“
Olivier Assayas feiert Weltpremiere im Wettbewerb der 82. Mostra mit der Adaption des gefeierten Romans „Der Magier des Kreml“ des ehemaligen politischen Beraters Giuliano da Empoli von Vladimir Putin aus dem Jahr 2022. Hier lesen Sie die Besprechung.
Beinahe wie ein Entwurf wirkt der neue Film von Olivier Assayas, der zuletzt 2024 mit „Hors du temps“ in Berlin vertreten gewesen war, fünf Jahre nach seinem letzten Auftritt in Venedig mit „Wasp Network“. Wie eine Skizze, ein nicht fertiggestelltes Projekt, flüchtig, episodisch, ein work in progress. So offensichtlich, dass es nur Absicht sein kann, künstlerische Vision, weil der Film eigentlich nicht abgeschlossen sein kann, so lange Wladimir Putin noch an der Macht ist. Und doch ist auch immer die gewaltige Ambition erkennbar, dem gefeierten Roman „Der Magier des Kreml“ des ehemaligen politischen Beraters Giuliano da Empoli aus dem Jahr 2022 gerecht zu werden, der zwar eine Fiktion ist, aber doch nicht mehr und nicht weniger versucht, als der Entwicklung Russlands seit dem Ende der UdSSR gerecht zu werden – und damit dem Aufstieg von Wladimir Putin, der hier eigentlich immer nur so genannt wird, wie er sich selbst sieht: Zar. Gespielt wird er von Jude Law in einem faszinierenden Akt der Mimikry.