REVIEW TV: „Tatort: Ex-It“
Der „Tatort“ hat einen Lauf und beschert uns die nächste Folge, die sich deutlich vom Durchschnitt abhebt, diesmal aus Stuttgart mit den Ermittlern Lannert und Bootz, die durch die vielen Wechsel allerorten langsam auch zur Veteranenriege gezählt werden dürfen. Auffällig: wie in der Vorwoche bei „Die Schöpfung“ heißt der Autor erneut Wolfgang Stauch.
Ein „Tatort“ über Schein und Sein. Ein „Tatort“, dessen äußerer Anschein, immer wieder seinem Sein widerspricht. Von Anfang an werden Erwartungen unterlaufen. Wenn eine Frau, sichtbar angespannt, mit ihren beiden kleinen Kindern durch den sintflutartigen Stuttgarter Regen fährt, mal zu den Kindern, mal nach den Zigaretten sieht, liegt der tödliche Crash förmlich in der Luft. Passiert aber nicht. Stattdessen betritt die Frau eine Polizeistation, fast tänzelnd, barfuß, die High Heels in der Hand, völlig aufgelöst. Vom Stuttgarter Regen, aber auch, weil ihr Auto mit den beiden Kindern während des Zigarettenkaufs am Kiosk verschwunden ist. Wenig später wird es aus dem Neckar gezogen. Das kleine Mädchen im Kindersitz ertrunken, von ihrem größeren Bruder fehlt jede Spur.
